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100 Minuten Spielzeit

Der organisatorische Aufwand war nicht wenig, doch wir haben es geschafft. Endlich konnten wir nach pardubic'schen Regeln (6 Spieler ohne Wechsler) einmal ein Turnier bestreiten.

Östereich-Tschechisch-Ungarische Liga - Austragungsort Budapest -  Erste Runde.

Es ist Samstag, der 13.4.2013, 08:55 Uhr. In fünf Minuten beginnt das Relegationsspiel der ersten Runde der tschechisch-österreichisch-ungarischen Liga. Der Sieger steigt auf, der Verlierer steigt ab. Als Upcommer aus der zweiten Liga tritt der STC-Graz in weiß an. Wir (UWRC-Wien) spielen in blau und verteidigen den letzten Platz in der ersten Liga. Der Spruch "Die ersten Sechs ins Wasser" ertönt auf der blauen Seite. Es platscht und spritzt und wir sind zum Anschwimmen bereit im Wasser. Doch was ist hinter uns zu sehen? Auf einer leeren, blanken, hochglanzpolierten Wechselbank spiegelt sich in den Wassertropfen die Hallendecke. Der Oberflächenschiedsrichter fragt ungläubig: "Spielt ihr ohne Wechselspieler?", worauf wir einstimmig brummen.

Doch was war passiert? Wie konnte es sein, dass aus dem über 50 Mitglieder zählenden UWRC-Wien nur sechs Spieler zur Eröffnung der Liga in die Nachbarstadt Budapest fahren konnten?

Ja! Dafür war einige Vorarbeit notwendig: Es mussten Kindergeburtstagsfeiern dort hingelegt werden, Radausflüge dringend am Samstag erledigt, Hochzeitsfeiern und -jubiläen gefeiert, FH-Projekte just an dem Tag erledigt, Doktorratsarbeiten dringend geschrieben, ein Genick beim Matratzenschleppen verstaucht, Finger vergiftet, geschäftliche Besprechungen durchgeführt, Ohrenprobleme verursacht, Schichtarbeitstermine unverschiebbar fixiert, Opas Geburtstag gefeiert und eine Position in einem neuen Verein gefestigt werden. 

Nachdem all das geschafft war und nur mehr sechs Spieler übrig blieben, um sich das lästige Wechseln endlich mal ersparen zu können, kam noch mehr dazu. Beide Autofahrer fielen aus. So mussten am Vorabend auch noch Fahrgelegenheiten für Samstag morgen gesucht werden.

Zurück zum ersten Spiel: Das Anschwimmen wurde mit Vorsprung gewonnen und das erste Tor war bald drinnen. Mit 5:2 schickten wir die Grazer wieder zurück in die zweite Liga und konnten uns auf einen Turniertag in der ersten Liga freuen.

Bei fünf Spielen á 2x10 Minuten konnte sich jeder seine Gesamtwasserspielzeit ausrechnen. So kamen 4 Spieler auf 100 Minuten. Es gab jedoch zwei Ausreißer: Da war einmal ein Jürgen, welcher eine Minute in die Ecke musste, damit er darüber nachdenken konnte, ob es fair ist, nach einem Tor ohne Wandberührung gleich wieder im Spiel mitzumischen (Gesamtspielzeit: 99 Minuten) und noch eine andere, Daniela, welche nach fünf harten Spielen sich noch zu einem zusätzlichen Spiel in einer Damenmannschaft mitreißen ließ und somit 110 Spielminuten erreichte. Eine saubere Leistung!